Der Beginn der Domestikation

Dass aus Wildpferden Hauspferde wurden, ist der Botai-Kultur zuzuschreiben. Bei dieser im Norden von Kasachstan gelegenen Siedlung wurden die ältesten historischen Funde, die auf die Domestikation und gezielten Züchtung von Pferden hinweisen, gefunden.

Datieren lässt sich der Beginn des gemeinsamen Zeitalters auf zirka 5.600 Jahre v. Chr. . So zumindest lässt es eine Tonscherbe, die 2009 gefunden wurde, vermuten.

Die zahlreichen gefundenen Knochen in dieser Region weisen darauf hin, dass dort eine Vielzahl von Pferden gelebt haben muss. Es ist anzunehmen, dass Wildpferde gezielt zusammengetrieben wurden.

Die Pferde wurden im Laufe der Zeit eingefangen, domestiziert und gezüchtet. Sogenannte morphologische Unterschiede bei archäologischen Funden beweisen es. Sie zeigen Auswirkungen auf die gesamte Biologie wie beispielsweise das Skelett.

Im Falle der Botai-Kultur konnte nachgewiesen werden, das Schädel der Pferde Spuren von ersten Trensen aus Knochen und Haaren trugen. Einige Forscher vertreten die Auffassung, dass die Sredny-Stog-Kultur zu den ältesten Pferdezüchtern gehört. Andere Forscher sehen keine Belege dafür, dass die räumlich in der Ukraine und Russland beheimatete Kultur Pferde als Reit- oder Zugtiere nutzte, wie es in der Botai-Kultur der Fall war. Im Fokus beider Kulturen stand der Verzehr von Pferdefleisch. Ob tatsächlich die Botai-Kultur der Ursprung unseres modernen Hauspferdes ist und ob zu deren Zeitpunkt die Domestikation von Wildpferden ihren Anfang nahm, kann nicht geklärt werden. Die Forschung steht in diesem Bereich vor einigen Rätseln.

Warum sich Menschen Pferde halten

Der exakte Zeitpunkt der Domestikation kann nicht belegt werden, Menschen erkannten aber früh, dass es zahlreiche Vorteile haben konnte sich Pferde und Ponys zu halten. Zu Pferd konnten längere Strecken in kürzerer Zeit überwunden werden, was Pferde für den kriegerischen und militärischen Einsatz interessant machte. Im Mittelalter begann ihre Nutzung als Ritter- und Arbeitspferd. Pferde und sogar kleine Ponys sind in der Lage, Lasten zu ziehen oder zu tragen, sie wurden zum Ziehen von Karren oder landwirtschaftlichen Geräten eingespannt und als Grubenpony im Untertagebau eingesetzt. Vor dem elektrischen Schienenverkehr waren Pferde als Zugtiere von Straßen- und Eisenbahnen im Einsatz. Pferde und Ponys dienten erst vollständig dem persönlichen Vergnügen, nachdem sich das Automobil durchsetzen konnte und Pferde als Arbeitstiere überflüssig wurden.

Pferde als Prestige-Objekte und der Einfluss der Rassenlehre

Nicht erst die letzten zwei Jahrhunderte zeigen, dass Pferde und Ponys für Menschen mehr als nur Last- und Nutztiere sind. Im Mittelalter waren Pferde beim Adel als Vorzeige-Objekte beliebt. Sie dienten dem Jagdvergnügen, reiten war der Oberschicht vorenthalten. Dass Pferde dem Freizeitvergnügen dienen sollten, zeigen die Anfänge der Spanischen Hofreitschule in Wien, die sich auf Ende des 15. Jahrhunderts datieren lassen.

Die Entstehung verschiedener Reitakademien im 16. Jahrhundert in Italien zeigt, dass man Reiten nicht nur als Mittel zum Zweck ansah, sondern als ReitKUNST.

Es ist nicht dem Zufall zuzuschreiben, dass sich zu dieser Zeit erste Entwicklungen im Bereich der Rassenvielfalt zeigen. Während Arbeits- und zum größten Teil Ritterpferde kräftig gebaut waren, wurden Reitpferde mit der Zeit feingliedriger und athletischer. Die letzten beiden Jahrtausende konnten in der Pferdezucht einige Entwicklungen und Veränderungen deutlich aufzeigen.

Forscher konnten aufzeigen, dass vor 1100 Jahren die islamische Expansion merkliche Folgen für die Pferdezucht hatte. Ponys, die Przewalski-Pferden genetisch am ähnlichsten sind, sind heute in Island zu finden.

Die größte Veränderung ist in den letzten zwei Jahrhunderten bemerkbar geworden. In diesem Zeitraum soll die Genvielfalt der Rassen enorm abgenommen haben. Als Grund für diese Veränderung ist die wissenschaftlich nicht haltbare Rassentheorie anzusehen, die sich im 19. und 20. Jahrhundert mit der Idee "reiner Rassen" durchzusetzen drohte. Mittlerweile zwar verworfen, sind ihre Einflüsse auf Zuchtpraktiken unweigerlich vorhanden.

Pferde als Sport- und Freizeitpartner

Heute werden Pferde und Ponys meist nur noch zum Vergnügen gehalten und gelten als Luxus, denn ihre ist Haltung teuer. Nicht umsonst boomt die Wirtschaft in der westlichen Welt bei allem rund ums Pferd. Angefangen von der medizinischen Versorgung bis hin zu Ausrüstung und persönlicher Ausbildung von Pferd und Reiter.

Im 20. Jahrhundert hat sich der Turniersport entwickelt und ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil im Reitsport. Neben den klassischen Sportdisziplinen - Dressur, Springen und Vielseitigkeitsreiten gibt es heute Westernturniere, Working Equitation, Rennreiten und Gangpferdeturniere.

Pferde und Ponys haben sich über Jahrtausende hinweg zu treuen Gefährten des Menschen entwickelt.

Es ist kein Wunder, dass der Mensch gerade zum Pferd solch einen engen Draht aufgebaut hat. Pferde sind sanftmütig, edel und dennoch voller Kraft und Anmut. Sie üben eine Faszination aus, von der sich zahlreiche Menschen angezogen fühlen.

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